Raudufossar

 

August 2018 - Raudufossar

 

 

Der Wasserfall Raudufossar des Flusses Raudfossakvisl liegt im Fjallabak, unweit der F225, welche die 26 im Westen mit der F208 verbindet. Ich kam von Westen vom Campground bei Landmannahellir, und kurz bevor man eine relativ einfache Furt durch den Raudfossakvisl erreicht, biegt nach Süden eine Piste ab, die zum Parkplatz beim Trailhead zum Raudufoss führt. Bis zu dem Parkplatz ist die Piste einfach zu befahren, aber folgt man ihr weiter nach Süden, dann wird sie wohl rauer und anspruchsvoller – aber da wollte ich nicht hin.

 

Ich stellte meinen Hilux Camper beim Parkplatz ab, und folgte dem Trail, der ca. alle 50 m durch Stecken markiert war. Der Weg war einfach zu gehen und nach ca. 2 km stand ich vor dem Wasserfall Raudufossar. Um dichter ran zu kommen, zum Fuss des Wasserfalls, musste ich erst steil runter, einen kleinen Bach überqueren, ...

 

 

 

 

... und auf der anderen Seite wieder steil hoch. Wobei „steil“ relativ ist, denn richtig steil wird es erst, wenn man zum Top des Wasserfalls will.

 

 

 

 

Ich machte ein paar Fotos von unten, dann ging es den steilen und rutschigen Pfad nach oben. Ich ärgerte mich ein wenig, weil ich keine Wanderstöcke dabei hatte, die wären hier hilfreich – und erst recht beim Abstieg. Der Ausblick von oben entschädigte mich für diesen kurzen aber heftigen Aufstieg. Auch die Sonne tat mir den gefallen und sandte mir ein paar Strahlen, um die Umgebung zu beleuchten.

 

 

 

 

 

 

Auf dem Weg zur Quelle des Raudfossakvisl

 

So, den Wasserfall habe ich nun gesehen, aber ich hatte auch Bilder von der „Quelle“ des Raudfossakvisl gesehen, und dort wollte ich unbedingt hin. Dorthin führt zwar kein Trail, aber es war ja klar, dass ich einfach dem Fluss flussaufwärts folgen musste. Ganz so einfach war es aber nicht, denn ich musste schauen, wie ich möglichst mit trockenen Füssen zum Ziel komme.

 

Am Anfang blieb ich oberhalb des Flusstals, weil es dort steinig und trocken war, aber nach einiger Zeit musste ich runter ins Flusstal. Unten war gleich ein relativ breiter Bach zu überwinden, und ich suchte einige Zeit, bis ich einen brauchbaren Übergang gefunden hatte. Dann hielt ich mich nahe am Fluss, und zeitweise war immer wieder eine Art Trail zu erkennen. Das war hilfreich, denn diese Spuren führten mich zielsicher zu geeigneten Stellen, um die immer wieder zu passierenden Bäche zu überqueren. Nach 2-3 km kam ich zu einer Stelle, wo sich zwei Flüsse zum Raudfossakvisl vereinten. Der größere Fluss kam von rechts (Westen) aus einer kleinen Schlucht – dort war die Quelle. Ich kletterte ein wenig höher, um in die „Schlucht“ blicken zu können. Mir bot sich ein unwirkliches Bild, alles war rot, und zwar richtig knallig rot.

 

 

 

 

Der Fluss hatte die Erde abgetragen und überall roten felsigen Untergrund freigelegt. Das Flussbett war rot und am Ende der kleinen Schlucht, war ein roter Wasserfall. Das rot war viel intensiver als beim Raudufossar, der ja auch seinen Namen vom roten felsigen Untergrund bekommen hat. Ich stieg in die kleine Schlucht hinab, um den Wasserfall aus der Nähe zu bewundern und zu fotografieren. Oberhalb des Wasserfalls war die „Quelle“ des Raudfossakvisl – ein unwirklicher Pool, der schon fast wie von Menschen gemacht aussah.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Weg zur Quelle hatte sich gelohnt, denn dieses ungewohnte intensive Rot in der Landschaft war faszinierend. Und ich hatte alles für mich allein, was in Island an vielen Orten nicht mehr möglich ist. Dank der Anfahrt über Hochlandpiste und anschließender Wanderung, wird das Ziel wohl auch (hoffentlich) nicht so schnell überlaufen sein.

 

Auf dem Rückweg genoss ich nochmal den Blick über das grüne Flusstal des Raudfossakvisl.

 

 

 

 

 

  

 

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